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23.5.2013 : 6:54 : +0200

Gemeinsam gegen Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist nach Herz-Kreislauferkrankungen und Tumorerkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Darüber hinaus ist der Schlaganfall eine der wichtigsten Ursachen für eine Behinderung. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Jahr ca. 200.000 Personen einen Schlaganfall neu erleiden; über 1.000.000 Menschen mit den Folgen eines Schlaganfalles leben.

Diese große Zahl zeigt, dass die Notwendigkeit zur Gründung weiterer Sportgruppen, die sich speziell um die Belange der Betroffenen kümmern, weiterhin gegeben ist. Denn neben den klassischen Therapien, wie Krankengymnastik, Ergotherapie, logopädischer Behandlung usw., gehört der Rehabilitationssport in die erste Reihe der effektiven Maßnahmen, die die Folgen eines Schlaganfalles lindern und dem Betroffenen Lebensqualität und –freude geben können.

Was ist ein Schlaganfall ?

In Regel, in ca. 80% - 90%der Fälle handelt es sich bei einem Schlaganfall um einen Hirninfarkt. Die lebensnotwendige Versorgung des Gehirns mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut wird dabei durch einen arteriellen Verschluss unterbrochen. Die Folge ist eine Minderdurchblutung und Unterversorgung einer durch dieses Gefäß versorgten Gehirnregion. In ca. 15% liegt eine Hirnblutung vor. In diesem Falle platzt eine Arterie im Gehirn und es blutet in das Hirngewebe hinein. Eher selten, mit geschätzten 5% ist die sogenannte Subarachnoidalblutung. Hier blutet es in die Gehirnflüssigkeit, Liquor genannt, hinein.

Im ersten Fall sind Gefäßerkrankungen, wie die Ausbildung eines Thrombus in einem Gefäß (Thrombose) oder eine Embolie, wo sich irgendwo im Körper in einem von Arteriosklerose betroffenen Blutgefäß ein Embolus löst, die Ursache. Das Platzen eines Blutgefäßes dagegen wird in der Regel durch zu hohen Blutdruck ausgelöst.

Schnelle Hilfe entscheidet

Ein Schlaganfall ist - wie der Herzinfarkt - ein extremer medizinischer Notfall. Um eine adäquate Erstversorgung vorzunehmen, ist daher ein möglichst schneller Transport in ein Krankenhaus nötig. Eine qualifizierte Akutbehandlung entscheidet ggf. über Leben und Tod, zumindest aber über die Schwere der Folgen.

Da Schmerzen fehlen, wird der Schlaganfall oft nicht als Notfall erkannt, und viele Patienten und Angehörige zögern, den Notruf abzusetzen. Daher ist die Aufklärung über die Erstsymptome des Schlaganfalls und die daraus resultierende Notfallbehandlung sehr wichtig.

Zeichen eines Schlaganfalles können sein:

  • Plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen oder
    Gefühlsstörungen in einer Körperhälfte.
  • Einengung des Gesichtsfeldes, Doppeltsehen, Sehverlust
  • Gangunsicherheit,
  • Stürze ohne erkennbare Ursache
  • Akut auftretender Schwindel
  • Sprachstörungen
  • Schluckstörungen
  • Plötzlich auftretender heftiger Kopfschmerz u.a.m.

Die Folgen

Ohne eine ausreichende Sauerstoffversorgung werden die Gehirnzellen innerhalb weniger Minuten unwiderruflich geschädigt. Gelingt es die Blutzufuhr sehr schnell wieder herzustellen, bestehen Chancen, dass sich das Gewebe erholt und die Symptome zurück bilden. Ist dies nicht der Fall, entstehen in der Regel ernste neurologische Schäden.

Schlaganfälle sind damit verantwortlich für schwerwiegende körperliche Behinderungen. Die Lage der geschädigten Region im Gehirn bestimmt die Auswirkungen und Symptome und wirkt sich sehr unterschiedlich auf das weitere Leben des Patienten aus.

Krankheitsverarbeitung

Durch den (teilweisen) Verlust körperlicher Funktionen und Fähigkeiten, ändert sich das Leben nach einem Schlaganfall oft grundlegend. Die Patienten entwickeln mit der Zeit persönliche Strategien zur Bewältigung der Erkrankung.

Informationen über die Ursachen und Hintergründe der Erkrankung, die Möglichkeiten der Vorbeugung weiterer Schlaganfällen und die Rehabilitationsmöglichkeiten müssen aufgezeigt werden. Das aktive Einbeziehen des Patienten und eigenverantwortliches Üben bei verschiedenen therapeutischen Maßnahmen unterstützen den Rehabilitationserfolg. Ein wichtiges Glied in der Rehabilitationskette ist die Teilnahme an einer Sportgruppe. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein weitgehend stabiler Zustand nach Abschluss des akuten Krankheitsgeschehens.