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20.5.2013 : 20:28 : +0200

Die 60er Jahre - Aufbauphase

- Zivilisten stärken den Verband -

Die Zeitschrift des Verbandes, es gibt sie seit dem Jahr 1957 mit wechselnden Titeln, aber in ununterbrochener Reihenfolge, ist ein Quell interessanter Informationen.
So zeigen die Autoren den ständigen Wandel des Verbandes und der an ihn gestellten Aufgaben auf. Die Anzahl der in der damals im Verband organisierten Behinderungen entwickelte sich rasch und wurde ständig ausgeweitet. Waren zu Beginn fast ausnahmslos amputierte und blinde Kriegsverletzte im Verband aktiv, so kamen in den 60er Jahren die „Zivilisten“ mit Lähmung hinzu. Die ersten (internationalen) Sportveranstaltungen für diese Personengruppe organisiere der nach England ausgewanderte deutsche Arzt L. Guttmann in Stoke Mandeville. Ebenfalls in den 60er Jahren war die Welle der dysmeliegeschädigten Kinder (Contergankinder) auf ihrem Höhepunkt, was wiederum neue Anforderungen an den Verband, z.B. hinsichtlich der Ausbildung von Übungsleitern, und die Vereine stellte.

Später weiteten sich die Aktivitäten auf Personen mit cerebralen Bewegungsstörungen, lern- und geistigbehinderte Menschen aus. Erkrankungen und Behinderungen aus der Neurologie, der große Bereich der inneren Organe und andere Behinderungsformen, für die der Wert des Rehabilitationssportes erkannt wurde, fanden ihr Zuhause im VSNW und später dem BSNW.

1964
Die VSG Gelsenkirchen richtet das erste Bundesoffene Fußballtennisturnier vom 9.-11.11.64 aus. Der Sieger, die VSG Wanne-Eickel, erhält den vom FC Schalke 04 gestifteten Wanderpokal aus den Händen des damaligen Trainers Georg Gawliczek.

Die Arbeitsgemeinschaft Versehrtensport NW benennt sich bei der Hauptversammlung in Bochum in „Versehrten-Sportverband Nordrhein-Westfalen (VSNW) um. Bruno Farrenkopf wird erster, hauptamtlicher Geschäftsführer des neuen Verbandes.
Die Entwicklung des Sports für Querschnittsgelähmte und Cerebralparetiker wird forciert.
Der Lehrgangsplan für die Ausbildung von Versehrtensportwarten umfasst 20 verschiedene Lehrgänge.
In Neuastenberg findet der 10. Wintersportlehrgang statt.
Der Werbefilm des VSNW für den Versehrtensport wird in Rom mit einem Preis ausgezeichnet.
Eine Deutsche Delegation startet am 9. November, begleitet vom BSNW – Ehrenvorsitzenden Heinz Haep, zu den Stoke Mandeville Games nach Tokio, an dem 600 Sportler teilnehmen.
Mitgliederstand: 12.500 in 200 VSGen.

1965
Die Förderung verschiedener Sportarten nimmt einen breiten Raum ein. Besonderes Augenmerk gilt dem Bogenschiessen. Im Mai findet in Wuppertal ein erster, spezieller Lehrgang statt.
Marl-Hüls richtet das 1. Landessportfest für querschnittgelähmte Sportler und Sportlerinnen aus.
Die VSG Gelsenkirchen wird zum 6. Mal Sieger beim Bundes-Sitzballturnier.
In Berlin findet das erste bundesoffene Frauen-Sitzball-Turnier statt. Die beiden Damenmannschaften aus NRW belegen die Plätze eins und drei von 12 Mannschaften.
Mitgliederstand: 13.900 in 210 VSGen.

1966
Die große Anzahl  von Kindern mit Dysmelien  („Contergankinder“) veranlasst den VSNW verstärkt an der Einbindung der Betroffenen in Kinder- und Jugendgruppen zu arbeiten.

  

Aus organisatorischen Gründen wird die Anzahl der Sportbezirke auf 19 erhöht.
In Gelsenkirchen findet das 1. Landes-Volleyball-Turnier statt.
Ungewöhnlich: Auf der Suche nach neuen Formen der Gymnastik werden Übungen mit der Bosselscheibe erprobt, die „...Dank des erheblichen
Gerätegewichtes sehr wirkungsvoll sind“.  (Frohe Gemeinschaft 3/66, S. 41).
Auf der Hauptversammlung des VSNW wird Eberhard Rosslenbroich ohne Gegenstimme als 1. Vorsitzender wiedergewählt.
Gelsenkirchen wird seit 1954 zum 7. Mal Sitzball-Bundessieger.
Der Internationale  Behinderten-Sportverband (ISOD) tagt in Düsseldorf. Sir Ludwig Guttmann wird zum neuen Präsidenten gewählt. Eberhard Rosslenbroich wird Vizepräsident.
Mitgliederstand: 15000, 223 VSGen.